Einen edlen Trunk schlägt man nicht aus
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Italien Anfang des 15. Jht. Man probiert gerne die Ware. |
"Gesundheit", fast gleichzeitig sagten dies die beiden gutbetuchten Herren und hoben die Gläser. Lächelnd setzen sie die Gläser an den Mund. Man hat vom feinen Importwein aus Venedig auftragen lassen und hat auf etwas anzustoßen. Morgen werden sie die Stadt verlassen. Tuch haben sie eingekauft, Barchent, ein Gemisch aus Leinen und Baumwolle, und sie haben einen guten Preis herausgehandelt. Nun sitzen sie in einer Weinschenke, in Augsburg auch die Grotten genannt. ( Noch heute heißt der Straßenzug noch Grottenau ). Es braucht schon einen Grund hierher zu kommen und der Wirt kredenzt auch nur Getränke und dazu einige "Häppchen", gesalzen versteht sich um den Durst der Gäste anzuregen. Wein ist in unserer Stadt immer noch ein begehrtes Getränk. Im ganzen Reich begehrt dass selbst in ungeeigneten Lagen Wein gebaut wird. Daher sind viele im Reich gewonnene Weine sehr saure Tropfen und dem Gaumen der wohlhabenden Stadtbürger nicht zuträglich. So importiert man Weine aus dem Mittelmeergebiet. Schon früh 1397 vereinigen sich die Weinspediteure mit den Salzhändlern zur Salzfertigerzunft. 1475 zählt die Zunft 90 Mitglieder. Gehandelt wird der Wein am Weinmarkt, der heutigen Maximiliansstraße bei St. Ulrich, einer der ersten Adressen in Augsburg ( Hier finden Festivitäten bei Kaiserbesuchen statt und auch die Fugger bauen hier ihren Stadtpalast). Nördlich davon schießt sich der Salzmarkt an. |
Weinprobe für die Tafel eines Herrn Die Weinpresse steht auf den Gut des Herrn und so hat er ein Auge auf die Ernte.
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Gläser aus dem 15. Jht. Auch in den Trinkgefäßen spiegelt sich der soziale Rang des Zechers wieder. Während einfache Tonbecher es für die Knechte oder am heimischen Herd tun müssen trinkt man die feinen Weine aus besonderen mundgeblasenen Gläsern. Zum Transport wurden weidenrutenbereifte Fässer eingesetzt und in kleineren Mengen die runden "Pilgerflaschen" oder kleine ovale Fässchen mit einer Schnabelöffnung in der Mitte. |
Die spätmittelalterlichen Standesunterschiede finden sich auch in den Weinen wieder . Einheimisch Landweine werden häufig mit Gewürzen versetzt. Wermut, Alant, Salbei, Raute, Polei und Minzen finden Anwendung. Diese Weine werden kalt getrunken oder heiß ähnlich unserem heutigen Glühwein. Einige Würzweine haben Namen wie der "hippocras", der "sinopel" oder später der "lutertranc", beim dem Gewürze in einem Säckchen und Honig und Zucker dem Wein zugesetzt werden. |
"Hippocras", ein besonderer Würzwein wird hergestellt.
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Bierbrauen für den öffentlichen Ausschank Mendelsche Zwölfbrüderstiftung |
Nicht weit entfernt von den Herrn haben auch ihre Fuhrknechte sich zusammengefunden. Ihre Herberge bietet Lager und eine Mahlzeit, aber zum Trunke müssen auch sie sich in eine Schenke begeben. Und das tun sie nicht ungern. Hier wird in der Reichstadt vergorenes Getreide ausgeschenkt, Bier genannt. Und dies geschieht schon seit langer Zeit. Bereits 1156 wird das Braurecht erwähnt und als die erste Brauerzunft im Reich bildet sich 1368 in Augsburg. Aus überwiegend Gerste und Weizen ( Weißbier aus Weizen für die Tafel der Herrn ) seltener wie im Notjahr 1433 aus Hafer wird das Bier gebraut. Die Brauweise ist obergärig und der Hopfenzusatz hat sich auch durchgesetzt. Die obergärige Herstellungsweise benötigt zwar keine Kühlung während der Gärung aber das Bier ist auch nicht so lagerfähig. Eine 1442 erlassene Bierbrauerordnung und von der Zunft eingesetzte "Sauerbier-Geschauer" sollen die Qualität sichern. Schon 1442 heißt es Brauwasser soll nur aus frischen Brunnen, der Wertach oder "by der wolffmül uss dem Lech" kommen. Heute weiß man dass das Brauwasser entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis hat. |
Einfache Tonbecher des 15. Jht. Oft waren nur die Innenseiten glasiert und es handelte sich um Massenware.
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Der Mundschenk des Hofämterspieles |
Das Bier das der Wirt nun auftischt ist trübe. Die Filtertechniken sind noch einfach und wer ein klares Bier möchte bestellt ein "abgestandenes", ein länger gelagertes. Aber auch verschiedene Geschmacksrichtungen gibt es. Mit allerlei Gewürzen versetzt oder mit Honig gesüßt. Der Bierkonsum wird in den nächsten Jahren den Wein auf den zweiten Platz verdrängen und so dauert es nicht lange bis die ersten Erlasse des Rates sich mit Bier befassen. So ist ab 1511 der Verkauf von Bier, das außerhalb der Stadt gebraut wurde nur Donnerstag und Freitag am Perlachplatz erlaubt. Auch die Herzöge von Bayern, Wilhelm IV. und sein Bruder Ludwig X. handeln am 23.04.1516 und erlassen das berühmte bayerische Reinheitsgebot. Aber davon lassen sich die Reichsstädler nicht beeindrucken. Erst als 1806 Augsburg zum Wittelbacher Hoheitsgebiet kommt wird auch 1819 diese Anordnung in Augsburg Gesetz. |
Das berühmte Reinheitsgebot von 1516
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Das "gebrannte Wasser" |
Nicht nur Wein und Bier werden getrunken. Die "Altmodischen" greifen noch zu Met, der aber um 1500 fast ganz verschwindet und zu Obstweinen ( meist aus Äpfel und Birnen). Birnenmost wird gern genommen , der auch mit Heilkräutern versetzt damit "diu kel wider würde heiter unde hel". Natürlich rein zu medizinischen Zwecken wird auch vermehrt Branntwein destilliert, das so genannte "gebrannte Wasser". Darunter ölige duftende Destillate aus gewässerten Rosenblättern und anderen Blüten. Auch zur äußeren Anwendung wird bei Heiserkeit und Halsweh empfohlen "bestrike syck mit bernewyne umme den hals". Auch die innere Anwendung gewinnt immer mehr an Bedeutung. "Nur zur Vorbeugung", mag damals schon die Ausrede gewesen sein wenn die Zecher dann nach Hause kamen. |
Eine spätmittelalterliche Destille
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Für die feine Tafel des Herrn schenken zwei Knappen ein.
Italien 15 Jht.